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Wittgenstein notierte im Tractatus: „Die richtige Methode … wäre eigentlich die: Nichts zu sagen, als was sich sagen lässt“ (Tractatus 6.53). Wittgenstein bezog diese Feststellung auf philosophische Fragestellungen, aber wir denken, der Satz gilt allgemein. 
 
Es geht uns auf diesen Webseiten um das tatsächliche Wissen. Das Wissen über transsexuelle Menschen und das Wissen der transsexuellen Menschen, ist, wenn man vom Spekulativen, Vermuteten und persönlichen, schlecht belegten „Meinungshaften“ absieht und sich auf das faktische Wissen bezieht, ident. 
 
Derzeit gilt das Wissen von transsexuellen Menschen als von vorneherein verdächtig und begutachtenswert. Es bedarf in den Augen von Psychiatern, Psychologen und Sexologen der Überprüfung von Experten auf seinen Wahrheitsgehalt. Die Psychiatrie, Psychologie und Sexualwissenschaft ("PPS") ist weit davon entfernt, ernsthaft den über Jahrtausende kumulierten Wissensfundus transsexueller Menschen einzubeziehen. Es regiert nach wie vor der Hochmut des sich besser dünkenden Wissenden (sog. „Fachleute“, sog. „Experten“). 
 
Ebenso verschliessen PPS die Augen vor der evidenzbasierten Medizin, die generell und unnachgiebig strenge „faktische“ Belege fordert. Die meisten Studien bezüglich „Transsexualität“ scheitern an der einfachen Frage: „Wie gut belegt ist es?“. 
 
Die Argumente à la
  • Es gibt zu wenig Spezialisten und spezialisierte Zentren
  • Es gibt zu wenig transsexuelle Menschen, daher kann es keine „grossen“ Studien geben
  • für die Forschung steht zu wenig Geld zur Verfügung
  • man weiss einfach noch zu wenig usw
erweisen sich bei näherem Hinsehen als fadenscheinig. 
Niemand zwingt die universitären Forscher ihre Ressourcen vor allem für das einträgliche Gutachtenbusiness aufzuwenden. Um Evidenz zu erarbeiten, braucht es keine grossen Stichprobenzahlen. Man kann auch den Weg über die qualitative Evidenz und gut gemachte Einzelfallanalysen gehen. Forschungsmittel erhält man, wenn man sie mit guten Konzepten beantragt. 
Und man weiss auch gar nicht mehr so wenig, wie das Wissen der Neurowissenschaften über „Transsexualität“ belegt. 
 
Gegen der fadenscheinige Klagsamkeit, wie schwierig Wissenschaft in diesem Bereich sei, setzen wir, die Trans-Evidence-Working-Group, unseren fröhlichen wissenschaftlichen Optimismus. Wir sehen die wissenschaftliche Zukunft des Themas Neurointersexualität positiv und wir möchten auf diesen Seiten die beeindruckende Vielfalt der wissenschaftlichen Erkenntnisse/Möglichkeiten dokumentieren/verbreiten/überliefern. Sei es über Online-Kurse zur Evidenzbasierten Medizin, Hinweise auf spannende, bahnbrechende Veröffentlichungen, Links zu Wissensnetzwerken, News zu aufregenden Konferenzen und Kongressen, Biographien berühmter Peers der Wissenschaft wie Mickey Diamond, Interviews mit Wissenschaftlern usw. Wir laden die Leser in die spannende Wissenschaftswelt rund um das Thema Neurointersexualität ein.