Progesteron

Insbesondere Neurosteroidhormone wie Pregnenolon, Progesteron und Allopregnanolon, Dihydroepiandrosteron (DHEA) sowie Östradiol und Testosteron greifen in die Neurogenese ein, regulieren diese. Verminderte Spiegel dieser Hormone im Gehirn sind oft mit kognitiven Fehlfunktionen oder neurologischen bzw. psychiatrischen Erkrankungen wie Alzheimer u.a. verbunden (Nur kurz für diejenigen, die mit dem Neuro-Slang noch nicht so vertraut sind: ,kognitive' Funktionen sind Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Orientierung, Lernen, Emotionskontrolle. „Fehlfunktionen" meint, dass diese Funktionen nicht einwandfrei zu gebrauchen sind Konzentrationsprobleme, Gedächtnislücken …). Eine kleine Übersicht: Erniedrigte Spiegel von Steroidhormonen sind häufig
kombiniert mit 

  • Alterungsprozessen
  • chronischer Stress/Depression
  • chronische Entzündungen (wie z.B. MS)
  • Demenz wie z.B. Alzheimer.

Man kann sich dies zum Beispiel so vorstellen: Gehirnzellen altern, unterliegen einem ,Verschleiss', müssen also regelmässig ersetzt  bereitgestellt. Hormonen wie die erwähnten können  bei ausreichendem Spiegel) oder auch bremsen, z.B. wenn die Spiegel zu niedrig sind.
Gebremst werden kann der Ersatz auch, wenn diese  ormone geblockt werden (also durch Gegenmittel auf Eis gelegt), wie z.B. durch Cyproteronacetat (Androcur).  manche Geschlechtshormone können geistiges Altern und Alzheimer ,abbremsen'.

Progesteron hielt man früher für ein klassisches Geschlechtshormon. Inzwischen weiss man viel mehr über seine segensreichen Wirkungen. Progesteron schützt die Gefäße vor Verkalkung, verhindert die Entstehung der Hochdruckkrankheit und fördert die Knochenneubildung.
Die größten Hoffnungen allerdings ruhen auf den Möglichkeiten mit Progesteron Hirnfunktionen und Hirnzellen positiv zu beeinflussen. Zahlreiche Studien haben den Nachweis erbracht, dass Progesteron die Ausbildung und Reparatur der Myelinscheiden stimuliert. Zur Erklärung: Die Nervenleitungen haben ähnlich wie Elektrokabel eine Art Isoliermantel, der sie umgibt. Diese äußere Isolationsschicht nennt man Myelinscheide. Natürlich besteht sie nicht aus Kunststoff, sondern aus einem speziellen Biomaterial, dem Myelin. Das Besondere an diesen ,Kabelumhüllungen:  Ihre Dicke entscheidet darüber, wie schnell die Nerven die bioelektrischen Ströme weiterleiten. Je dicker die Myelinscheide, desto schneller erfolgt die Weiterleitung. Von dieser Geschwindigkeit hängt ab, wie schnell das Gehirn arbeitet und wie groß die geistige Leistungsfähigkeit ist. Mit anderen Worten: Intelligenz hängt von der Dicke dieser Mylinscheiden ab.
Progesteron treibt jedoch auch das Wachstum der Nervenkabeln selbst voran, eine ebenso wichtige Rolle spielt es bei der Ausbildung der elektrischen Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen (= ,Synapsen') Progesteron sorgt also  Reparaturen im Gehirn. Daher nutzt man Progesteron auch zunehmend bei der Therapie von Hirnverletzungen, da es die Reparaturvorgänge im Gehirn unterstützt.
Es zeichnet sich ab, dass Progesteron als Medikament gegen innere Unruheszustände, Depressionen, Ängste und chronische Stressbeanspruchung eingesetzt werden wird.

 

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