Paper: Hormone, Brustwachstum und Brustkrebs

Für Frauen mit "transsexuellem" (oder besser: neurointersexuell-körperdiskrepanten) Hintergrund ist die körperliche Feminisierung der Brust ein funktionell wichtiger und subjektiv bedeutsamer Aspekt der Entfaltung von Geschlechtskörperkongruenz  und damit ein entscheidender Endpunkt für die Verbesserung von Lebensqualität. Die geglückte Feminisierung auch der Brust bedeutet tiefe innere Zufriedenheit, ist also im wahrsten Sinne des Wortes glücksverheissend und glücksbringend — zumindest in der Regel. Entscheidend sind folgende Fragen:

  • Wovon hängt das Gelingen der Brustfeminisierung ab?
  • Was wissen wir konkret über das Thema?

Übliche Stehsätze wie Ës kommt auf die Genetik an" und "Wer spät transitioniert, kann nicht mehr viel erwarten." zeigen eher Hilflosigkeit und Passivität als Grundhaltung an: Mit dem Akzeptieren vermeintlicher Schicksale lässt sich kaum eine gezielte und qualitativ-bedeutsame Verbesserung der Situation erreichen. Brustfeminisierung und Verbesserung der Lebensqualität sind direkt und bewusst anzusteuernde Wirkungen, an deren Qualität die Frauen die Leistungen ihres Endokrinologen/Gynäkologen messen und beurteilen können. Dazu ist es wichtig , was in einer wachsenden, gesunden Brust passiert und gleichzeitig die Dynamik in einer ungesunden, z.B. krebsbefallenen Brust, zu kennen, um Risiken so weit wie möglich zu minimieren.

Der Unterschied zwischen physiologischen ("normalen") und tumorösen, also schwierig kontrollierbaren, Gewebewachstum (z.B. "Krebs") besteht darin, dass im Fall von Krebs das Wachstum durch genetische Mutation ungesteuert abläuft. Ein Teil der Behandlung besteht dann oft darin, die Wachstumsfaktoren zu hemmen, wenn es möglich und nötig ist. So werden bei einigen Arten von hormonabhängigem Brustkrebs häufig Antiöstrogene verabreicht. Bei Prostatakrebs werden beispielwseise antidandrogen wirkende Substanzen (Progestine oder Östradiol) verabreicht.

Welche Wachstumsfaktoren das im Detail sind, was also genau Brustdrüsengewebe wachsen lässt, ist Gegenstand der im Folgenden vorgestellten Papers.

 

Viel Spass beim Lesen.

A. Kutschmar, M. Henke, H.-J. Haupt

 

 

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