Vitamin D3-Rezeptoren und Brustdrüsen

Zum Schluss noch ein Paper, das den Zusammenhängen zwischen mammaler Morphogenese und Vitamin-D3-Stoffwechsel nachgeht.

Cholecalciferol (kurz Calciol), so der wissenschaftliche Name der Verbindung, die eher ein Hormon als ein Vitamin ist, wird in der Haut unter Einwirkung von UVB-Strahlung gebildet. In Mitteleuropa herrscht allerdings bei großen Teilen der Bevölkerung eine deutliche Mangelversorgung. Ein erhöhtes Risiko für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, entzündliche Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD, Autoimmunerkrankungen, Multiple Sklerose, Depression, Demenz und Morbus Parkinson und andere Erkrankungen kann die Folge sein.

Es stellte sich aber auch heraus, dass im Brustdrüsengewebe ein Rezeptor vorkommt, dessen Ligand 1,25-Dihydroxyvitamin D3 ist. Hierbei handelt es sich um die biologisch aktive Variante, die in der Leber aus Vitamin D3 gebildet wird. Aus den Daten der Untersuchungen von Mäusen, denen der Vitamin-D-Rezeptor fehlt, lässt sich schließen, dass dieses 1,25-Dihydroxyvitamin D3 neben Estradiol, Progesteron und Prolaktin essentielle Funktionen bei der Entwicklung von Brustdrüsengewebe erfüllt. Anders als im Fall der anderen Hormone, bei denen der adäquate Blutserumspiegel in der entsprechenden Zyklusphase das Wachstum und die Verzweigung von Brustdrüsengewebe fördert, scheint Vitamin D3 hier hemmend zu wirken.

Wer jetzt allerdings meint, durch Totalverzicht auf Sonnenexposition und VitaminD3-Präparate könne man größere Brüste wachsen lassen, sollte bedenken, dass dieselbe Studie zu dem Ergebnis kam, dass 1,25-Dihydroxyvitamin D3 eine schützende Wirkung vor Brustkrebs entwickelt. Auch auf die oben erwähnten Auswirkungen von Vitamin D3-Mangel sei noch einmal hingewiesen.

 

 

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