CAMPBELL COLLABORATION

Cochrane hat eine kleine Schwester, die Campbell-Collaboration. Auch Campbell ist ein internationales Netzwerk, das sich der Evidenz verschrieben hat. Allerdings mit einem anderen Fokus: Es geht nicht um Evidenzbasierung medizinischer Fragestellungen, sondern um die evidenzbasierte Wirksamkeit sozialer Interventionen – also um Themen wie Recht/Kriminalität, Erziehung, öffentliche Wohlfahrt/Sozialfürsorge, internationale Entwicklungszusammenarbeit. Ähnlich wie Cochrane im Bereich der medizinische und Gesundheitswissenschaften promotet Campbell Reviews im Bereich der Sozialwissenschaften.

Dadurch sollen auch Entscheidungen im Bereich sozialer Einrichtungen sowie Institutionen des Rechts fundierter ausfallen.

Wir werden oft gefragt, warum Trans-Evidence die Aktivitäten der Campbell-Collaboration wichtig findet. Der Grund ist einfach: Transsexuelle Menschen sind in hohem Maße von sozialen Interventionen abhängig. Bei der Transition spielen rechtliche Massnahmen eine grosse Rolle. Beispielsweise sind Personenstandsänderungen an einen ganzen Katalog juristischer und medizinischer Voraussetzungen geknüpft. In Deutschland gibt es sogar ein eigenes Gesetz, das die Transition regelt. Die Personenstandsänderung erfordert in Deutschland beispielsweise zwei „Gutachten“. Ähnliche Gutachtenerfordernisse werden sonst nur in Fällen definiert, wo eine Sicherheitsverwahrung erwogen wird.

Es ist die alltägliche Erfahrung transsexueller Menschen, dass die rechtlichen Entscheidungen, die sie und ihr weiteres Leben betreffen, willkürlich getroffen werden. Es gibt in diesem Bereich keinerlei Ansätze von Evidenzbasierung. Die Wirksamkeit der Massnahmen ist wissenschaftlich nicht belegt.

 

 

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