COCHRANE COLLABORATION

Die Cochrane Collaboration ist ein internationales Netzwerk, das inzwischen zu einer breiten Bewegung mit Gruppen in vielen Ländern geworden ist. Cochrane ist so eine Art Medizin-"TÜV": Sie überprüfen Therapieverfahren, medizinische Untersuchungsmethoden usw.

Cochrane überprüft prinzipiell alles auf Stichhaltigkeit hin, was in der Medizin geglaubt wird.

Typische Mediziner-Behauptungen:

  • Das Medikament XY ist nebenwirkungsarm, aber es schlägt alle Konkurrenzprodukte, was die Wirkung anbetrifft: "Ein Wundermittel"
  • Die Untersuchungsmethode XY erfasst diagnostisch jede Form von Darmkrebs
  • Unbehandelt führt die Krankheit XY innerhalb von drei Jahren zum Tod.

TS-spezifische Mediziner-Behauptungen:

  • Transsexualität ist multifaktoriell verursacht
  • es gibt Schizophrenien, die von Transsexualität schwierig zu unterscheiden sind
  • Transsexualität kann auch durch unbewältigte Konflikte in der Kindheit entstehen
  • Um diagnostisch zu entscheiden, ob Transsexualität vorliegt, hat sich der Alltagstest bewährt
  • Psychiatrische Begutachtungen sicheren die Diagnose Transsexualität.

Es geht also z.B. um Beweise, Belege, ob bestimmte medizinische Behauptungen und Massnahmen überhaupt brauchbar sind, das heisst, wirklich das erfüllen, was man sich von ihnen verspricht. bzw. was geschäftstüchtige Hersteller von Medikamenten, technischen Geräten oder irgendwelche selbsternannten Experten vollmundig versprechen. Cochrane lässt überprüfen, ob eine medizinische Massnahme, sei es eine Therapie mit einem bestimmten Medikament oder eine diagnostische Untersuchungsmethode, überhaupt wissenschaftlich belegt ist. Dazu wird systematisch nach Studien gesucht, die die Wirksamkeit und Brauchbarkeit untermauern. Üblicherweise werden dazu Übersichtsarbeiten ("systematische Reviews") angefertigt, wo man die Ergebnisse aller wesentlichen bisherigen Studien/Forschungen zusammenfasst und "summa summarum" kritisch bewertet. Dadurch ist es im medizinischen Alltag leichter, sich auf wirklich belegtes Wissen zu stützen und der Arzt braucht sich nicht mehr auf das Bauchgefühl oder "die Erfahrung" verlassen.  Oder auf die Werbematerialien der Pharmaindustrie.

Seit der Gründung im Jahr 1993, hat Cochrane Beachtliches geleistet: Zigtausende Prüfberichte aus mehr als 100 Ländern sind entstanden, über 20.000 Aktive kümmern sich weltweit darum, dass unbestechliche faktenbasierte Medizin allmählich die Oberhand bekommt.

Die internationale Zusammenarbeit wurde ein Jahr nach der Gründung desr Cochrane Zentrums in Oxford (heute UK Cochrane  Zentrum), von Sir Iain Chalmers und Kollegen  ins Leben gerufen, und nach dem britischen Epidemiologen Archie Cochrane benannt. Die Cochrane Collaboration ist heute eine international renommierte Initiative und Cochrane-Reports haben ein enormes Gewicht. Cochrane hat schon manchem Pharma-Multi die gesunden Geschäfte verdorben  und das alles durch akribische Überprüfung von Studien. Cochrane entzauberte beispielsweise den Tamiflu-Mythos.

Die Trans-Evidence-Working-Group betrachtet die Förderungen ihrer Beziehungen zu Cochrane als wesentliches Element des Engagements für eine evidenzbasierte Medizin zum Nutzen transsexueller Menschen. Grundsätzlich orientiert sich die trans-evidence working group bei ihrem Engagement für ebM  an den „The principles of The Cochrane Collaboration“.

 

 

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