EQUATOR NETWORK

Trans-Evidence engagiert sich auch für Anliegen des EQUATOR-Netzwerks.
EQUATOR ist eine internationale Initiative, die sich für mehr Transparenz und grössere Genauigkeit in der Berichterstattung über Gesundheitsforschung einsetzt. Dadurch soll der Wert und die Seriosität von Publikationen über medizinische Forschung verbessert werden.
Wir werden oft gefragt, wozu man EQUATOR denn braucht. Es gäbe doch genügend renommierte Verlage, die hochwertige Veröffentlichungen herstellen. Dass die Medien Forschungsergebnisse oft sensationell verkaufen würden, sei klar, aber die Forscher selbst würden sich doch an strengen Massstäben orientieren.

Bei allem Medien-Bashing: In den letzten Jahren wurde zunehmend erkannt, dass Medizinforscher und Wissenschaftler keineswegs immer hehren Prinzipien folgen, wenn sie publizieren. Bereits „an der Quelle“, also der Erstellung und Publikation von Studien sieht es oft sehr trübe aus: es wird von unausgewogener Berichterstattung oder im Englischen vom „publication bias“ gesprochen.

Dubben und Beck-Bornholt haben hierzu notiert:

  • „Publication bias bezeichnet unausgewogene Berichterstattung in der Wissenschaft, die zu einer Fehleinschätzung der wissenschaftlichen Realität und im Allgemeinen zu einer Überschatzung von Therapieerfolgen führt.
  • Die Ursache für publication bias liegt in der Mentalität der Forscher und an den Erwartungen der Gesellschaft an die Wissenschaft.
  • Publication bias behindert den wissenschaftlichen Fortschritt und verursacht die Fehlbehandlung von Patienten.
  • Die gegenwärtige Publikationspraxis ist unethisch und mit der Deklaration von Helsinki unvereinbar.“

EQUATOR hat sich dem Engagement für eine seriöse Publikationskultur verschrieben. Mit anderen Worten: Equator packt das Problem unseriöser Medizin-Berichterstattung an der Wurzel an.

Dies geschieht ganz praktisch. Equator hat sog. “Leitlinien” auf den Weg gebracht. Unter einer Leitlinie versteht man ganz generell eine empfehlende Handlungsanweisung ohne bindenden Charakter und ohne Zuschnitt auf einen speziellen Fall. In diesem Fall geht es um Leitlinien für Autoren von Studien. Es gibt die verschiedensten Studientypen (RCTs, Kohortenstudien, Fallkontrollstudien, Querschnittsstudien, Fallberichte usw.) und EQUATOR hat für viele Studientypen Leitlinien entwickelt: Für den einen Report des Studientyps Beobachtungsstudien gibt es z.B.die STROBE-Leitlinie, für Case Reports die CARE-Leitlinie, Reports über Randomisierte Kontrollierte Studien (RCTs) können Autoren entsprechend den CONSORT-Leitlinien verfassen.

Hier eine Übersicht:

EQUATOR tut aber noch mehr als Guidelines für Autoren entwickeln. Das Netzwerk betriebt auch ein ständiges Monitoring von allgemeinen Qualitätstrends bezüglich Forschungspublikationen. EQUATOR spielt im Konzert von Leitlinienentwicklern für die Forschungspublizistik, medizinischen Fachzeitschriftenredakteuren, Peer Reviewern (Gutachtern) und  Funktionsträgern von Forschungsförderungseinrichtungen eine immer grössere Rolle.

Trans-Evidence bezieht sich bei seinen Primär- und Sekundärforschungsaktivtäten auf die Guidelines und die Erfahrungen von EQUATOR. Gerade beim Thema Transsexualität sind grundlegende Mängel der Medizinpublizistik offensichtlich, sowohl im Bereich der Forschungspublizistik als auch im Bereich der massenmedialen Berichterstattung. Diesen Bereichen wird die EQUATOR-Kultur guttun. 

 

 

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