METAANALYSEN

Viele systematische Übersichtsarbeiten enthalten sog. "Meta-Analysen".

Um es einfach zu erklären: Meist hat man während eines Reviewprojekts eine Reihe von Studien gefunden, deren Ergebnisse trendmässig in eine bestimmte Richtung deuten. Oder eben auch keinen einheitlichen Trend ausweisen.

Beispiel: "Studien zeigen, dass die Therapie mit Hormonen von Transfrauen die Lebensqualität bereichern."

  • Bei Studie A zeigte sich dieser Effekt bei 35 Frauen, bei 15 hingegen nicht
  • Studie B: bei 48 positiv, bei 12 nicht.
  • Studie C bei 89, bei 34 nicht.
  • Studie D bei 65, bei 44 nicht.

Bei einer Metaanalyse werden diese Daten quasi "zusammengelegt" und mit speziellen statistischen Methoden wird ein "Resümee", ein "Grundtenor" herausgerechnet. Wie das im einzelnen funktioniert, werden wir später noch genau lernen (Keine Panik, es gibt dazu ausgezeichnete, leicht bedienbare Software). Jedenfalls werden die vormals unabhängigen Untersuchungen zu einem Bild zusammen gefasst. Man kombiniert quasi die Untersuchungsergebnisse zu einer grossen "Übersicht" und schaut, ob es in dieser Übersicht sich ein einheitlicher, starker Trend abbildet.

Dadurch gelangt man zu umfassenden Beurteilungen — etwa wie folgende:

"Die wesentlichen Studien belegen insgesamt, dass die Therapie XY in der Regel gute Effekte und geringe Nebenwirkungen bringt".

Wenn es gelingt, eine medizinische Massnahme durch eine Metaanalyse zu untermauern, dann ist dies ein starkes Argument, diese Massnahme in der Praxis mit gutem Gewissen einzusetzen.

 

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