REVIEWS

Um zu überprüfen, ob eine bestimmte medizinische Massnahme (= Intervention) bei Patienten in der Regel erfolgreich ist, ist es erforderlich sich die Studien nach einer definierten und bewährten Methode (z.B. Cochrane) anzuschauen, die den Erfolg „belegen“. In der Sprache von Cochrane: Es wir dazu einen „Review (= systematische Übersichtsarbeit) erstellt, eine Art medizinischer Prüfbericht. Reviews sind quasi das medizinische „TÜV-Protokoll“. Erst wenn ein guter Review über eine medizinische Massnahme vorliegt, kann das Gütesiegel „Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt“ verliehen werden.


Nicht überall, wo „Review“ draufsteht, ist auch Review drin. Cochrane hat sehr strenge Qualitätskriterien entwickelt, anhand derer man erkennen kann, ob ein Review brauchbar ist. Cochrane-Reviews haben erhebliche Vorteile: Es bleiben beim Reviewprozess nur handverlesene Studien übrig, die den hohen Cochrane-Qualitätsstandards genügen und wirklich aussagekräftig sind. Die Schlussfolgerungen sind stichhaltig, man weiss aufgrund des Reviews sehr genau, was von der überprüften Therapiemassnahme zu halten ist. Die künftige Forschung erhält wichtige Hinweise auf noch bestehende Erkenntnislücken, vor allem wird auch deutlich, wie eventuell widersprüchliche Ergebnisse einzelner Studien zustande kommen. 
Trisha Greenhalgh hat einige wichtige Essentials für Therapie-Reviews zusammengefasst:

  • Durch den Review muss eine wichtige klinische Frage untersucht werden. 
  • Es müssen alle für die Fragestellung wesentlichen Datenbanken und andere Quellen optimal ausgeschöpft worden sein.
  • Das Studiendesign muss kritisch unter die Lupe genommen worden sein, es muss sehr genau überprüft werden, ob die Ergebnisse verallgemeinerbar sind (externe Validität)?
  • Sensitivitätsanalyse: Die Ergebnisse des Reviews sollten robust genug sein (hätte sich am Ergebnis viel geändert, wenn z.B. die Einschlusskriterien der Studien andere gewesen wären?)
  • Das Wichtigste: Die Ergebnisse müssen den Patienten, aber auch dem Kliniker nützen. 

Cochrane hat das nützliche Wissen umfassend in einem Handbuch beschrieben. Dort finden sich auch praktische Tipps, wie eine Metanalyse durchführt wird. Metaanalysen sind quasi „Edelreviews“: Dabei handelt es sich um ein statistisches Verfahren, um im Rahmen einer systematischen Übersicht die Ergebnisse mehrerer Studien, die die gleiche Frage bearbeiten, quantitativ zu einem Gesamtergebnis zusammenzufassen und dadurch die Aussagekraft (Ergebnissicherheit) gegenüber Einzelstudien zu erhöhen. Inzwischen gibt es nach über 2 Jahrzehnten Cochrane gute Trainingsprogramme und Tools (z.B. das Tool „Revman“), sodass auch Menschen mit wenig Statistik-Wissen und -Erfahrung relativ leicht und schnell die Hürden von Metaanalysen bewältigen können.

 

 

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