TRANSSEXUALITÄT

Früher galt Transsexualität als eine schwere psychische Störung. Nach der damaligen Vorstellung wurde das wahre Geschlecht durch die Genitalien bzw. die Chromosomen exakt angezeigt. Die persönliche Überzeugung, einem anderen Geschlecht anzugehören wurde als eine Art erworbenen Wahn angesehen, der mit Mitteln der  Psychiatrie geheilt werden sollte. 

Mittlerweile wird Transsexualität auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse als angeboren angesehen. Auf der Basis neuerer  neurowissenschaftlicher Erkenntnisse wird eher das Nervensystem als  relevantes Geschlechtsorgan betrachtet. Oder um es mit den Worten Milton Diamond auszudrücken: "Das wichtigste Sexualorgan sitzt zwischen den Ohren".

Transsexuelle Menschen besitzen eine tiefe innere Gewissheit, zu welchem Geschlecht sie wirklich gehören, unabhängig davon, welches Geschlecht ihnen bei Geburt zugewiesen wurde und wie ihre Genitalien ausgeprägt sind.  Das explizite Bedürfnis nach Angleichung der Lebensweise und des Körpers an das eigentliche neurogene Geschlecht wird aus heutiger Sicht als wissenschaftlich adäquat betrachtet.

Dieser durch die neurowissenschaftliche  Forschung ausgelöste Paradigmenwechsel ist mit Entpsychiatrisierung und Entpsychopathologisierung von Transsexualität verbunden.

Die trans-evidence-Working-Group orientiert sich an diesem neuen Paradigmenwechsel.

 

 

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