unser systematischer cochrane review über hormontherapie bei frauen mit geschlechtsvarianten

Wir sind sehr stolz auf unsere Forschungsleistung. Wir (trans-evidence, also Miriam Henke, Alexia Kutschmar, Sarah-Rafaela Saenz, Frau Dr. Hauser, Sandra Baldinger, Gerhard Schreiber und ich) haben in Kooperation mit einer Cochrane Gruppe an der Universität Oxford unseren Review abgeschlossen.
Heute wurde er von Oxford in der Cochrane Library publiziert.

Das Ergebnis ist mehr als peinlich. Unter den 1057 Papers war keine einzige vernünftige, gut gemachte Studie drunter. Unglaublich, wie wenig die Endokrinologie in Bezug auf geschlechtsvariante Frauen an guter Forschung zustande gebracht hat.

Wir schrieben als Resümee:

Wichtigste Ergebnisse
Bei unseren Datenbankrecherchen wurden 1057 Referenzen identifiziert, und nachdem wir Duplikate entfernt hatten, haben wir 787 davon gescreent. Wir überprüften 13 Studien im Volltextscreening auf ihre Eignung. Wir schlossen 12 Studien aus und identifizierten eine davon als eine laufende Studie. Wir identifizierten keine abgeschlossenen Studien, die unsere Einschlusskriterien erfüllten. Bei der einzigen laufenden Studie handelt es sich um eine in Thailand durchgeführte RCT, in der Estradiolvalerat plus Cyproteron-Behandlung mit Estradiolvalerat plus Spironolacton-Behandlung verglichen wurde. Das primäre Ergebnis wird der Testosteronspiegel nach drei Monaten Nachbeobachtung sein.

Schlussfolgerungen
Wir fanden keine ausreichende Evidenz, um die Wirksamkeit oder Sicherheit von hormonellen Behandlungsansätzen für transgender Frauen in der Transition zu bestimmen.
Dieser Mangel an Studien zeigt eine Lücke zwischen der gegenwärtigen klinischen Praxis und der klinischen Forschung. Robuste RCTs und kontrollierte Kohortenstudien sind erforderlich, um Nutzen und Schaden einer Hormontherapie (allein oder in Kombination angewendet) für Transgender-Frauen in der Transition zu beurteilen. Studien sollten sich speziell auf kurz-, mittel- und langfristige unerwünschte Wirkungen, Lebensqualität und die Zufriedenheit der Teilnehmerinnen mit der Veränderung der männlichen zu weiblichen Körpermerkmale durch Antiandrogen- und Östradioltherapie allein und in Kombination konzentrieren. Sie sollten sich auch auf die relativen Wirkungen dieser Hormone bei oraler, transdermaler und intramuskulärer Verabreichung konzentrieren. Wir werden nicht-kontrollierte Kohortenstudien in die nächste Iteration dieser Übersicht aufnehmen, da unsere Überprüfung gezeigt hat, dass solche Studien die qualitativ hochwertigsten Beweise liefern, die derzeit auf diesem Gebiet verfügbar sind. Dabei werden wir methodische Einschränkungen berücksichtigen.

Hier der Link zu unserem systematischen Review (übrigens 7.9 Impact-Punkte, eine derart hohe Bewertung hat noch nie eine Transgendermedizinische Studie oder ein Review erreicht, das ist absoluter Rekord):

https://trans-evidence.com/wp-content/uploads/bsk-files-manager/61_haupt2020.pdf